Das
Brunnenschmücken zum Osterfest, ein alter fränkischer Brauch, der vor allem in
vielen Orten der Fränkischen Schweiz seit jeher lebendiges Brauchtum ist,
erlebt heute eine wahre "Auferstehung". Überall wird diese alte Sitte,
die Brunnen der Dörfer, Märkte und Städte mit Blumen und Ostereiern zu
schmücken, neu belebt.
Rechtzeitig
vor dem Palm-Sonntag ist auch von den Mitgliedern des Heimat- und
Geschichtsvereins ein Osterbrunnen in der Ortsmitte von Neunkirchen aufgestellt.
Fast 100 Arbeitsstunden sind für das Färben der Eier, das Schneiden der grünen
Zweige, das Binden der Stränge und das Aufstellen erforderlich.

Neunkirchen am Sand
Das
alte Brauchtum des Brunnenschmückens, das bis in die vorchristliche Zeit zurück
reicht, hat seinen Ursprung in der Verehrung des Wassers als Spender neuen
Lebens im beginnenden Frühling. Wie verschiedene andere Vegetationsbräuche
wurde auch der Wasserkult nach der Einführung des Christentums auf das
Osterfest verlegt.
Auch
das Ei steht in der Osterzeit im Mittelpunkt. So ist das Ei Symbol für die
Entstehung der Welt und des Lebens und spielt in allen früheren Kulturen eine
wichtige Rolle. Auch im Brauchtum der Völker erhält das Ei seine Bedeutung aus
den religiösen Schöpfungs- und Geburtsgedanken: Als Zeichen des schöpferischen
Lebens sichert das Ei in den Kultgebräuchen Fruchtbarkeit und Erneuerung sowie
Wiedergeburt.
Schon die
Sumerer kannten 2600 v. Chr. den kultischen Gebrauch der Eier im Frühlingsfest
als Feier der Weltschöpfung. Auch der bis heute in Europa mit Eiern und
Eierschalen geschmückte Neujahrsbaum, Maibaum und Johannisbaum bringt den
Gedanken der Erneuerung und Fruchtbarkeit zum Ausdruck. Die christliche
Liturgie hat im Laufe der Jahrhunderte viele vorgefundene Bräuche aufgenommen
und überhöht.
Die Bedeutung der Eier im Frühlingsfest konnte gut in den
Sinngehalt der Auferstehung zum zeitgleichen Osterfest eingehen und sich voll
entfalten: Christus zerbricht das Grab wie das Küken die Eierschale, er ist die
wahre Sonne, die Ostersonne, Zeichen der neuen Schöpfung.
Osterbrunnen
in den Ortsteilen
